Sportchef Martin Micheu war nach Spielende beim Final-Four in Amstetten gezeichnet: „Wir haben in wenigen Augenblicken alles verloren.“ Micheu bezog sich dabei nicht nur auf das verlorene Cup-Halbfinale gegen Graz, sondern auch auf den Aufspieler Jiri Srb. Der Tscheche verdrehte sich beim Service unglücklich den Fuß und wurde mit der Rettung abtransportiert. „Er gab einen markerschütternden Schrei von sich. Da wird der Sport zur Nebensache“, war Micheu noch geschockt.
Das Match in Amstetten selbst war gleichermaßen zum Nägelbeißen wie zum Haareraufen. Aich/Dob unterlag der UVC Graz im Halbfinale des Austrian Volley Cups nach rekordverdächtigen 2:40 Stunden Spielzeit mit 2:3 (-25, 15, -23, 20, -22). Bitter: In allen verlorenen Sätzen betrug die Differenz nur zwei Punkte, während man Sätze zwei und vier recht souverän für sich entscheiden konnte. Äußerst kurios verlief dabei Satz fünf. Nach dem 13:13 gelang es keinem der Teams bei Gleichstand zwei Punkte in Folge zu gewinnen. Aich/Dob wehrte zwar fünf Matchbälle ab, vergab aber auch selbst drei. Erst beim Stand von 23:22 schafften es die Grazer, das eigene Service in einen Punkt zu verwandeln. „Es waren nach der Verletzung nicht mehr alle voll da, wir haben trotzdem gut gekämpft“, resümierte Micheu das Sportliche. „Beim zweiten Matchball hatten wir schon geglaubt, wir haben es, aber die Grazer haben den Ball noch irgendwie zurückgebracht. Jetzt müssen wir uns von dem Schock erholen und aufs Play-off gegen die Löwen hinarbeiten.“
(Lukas Gigler, Kleinezeitung)
